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Albert Schweitzer Projekt 2008- zum 50-jährigen Jubiläum der Namensgebung - 15. bis 19. September 2008
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben,
noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. (Albert Schweitzer) 1958 wurde unsere Schule getauft – auf den Namen Albert Schweitzer. Das war damals durchaus ungewöhnlich und verstieß gegen die Regel, dass nur verstorbene Größen zu Namensgebern gemacht werden durften. Aber Erna Stahl, erste Schulleiterin und Gründerin unserer Schule, konnte sich mit ihrem Dickkopf durchsetzen. Wenngleich aus heutiger Sicht die Haltung des „Urwalddoktors“ und die Perspektive seines Handelns genauer und kritischer betrachtet wird als in den 50er Jahren, nicht zuletzt deshalb, weil er sich patriarchalisch als der „ältere Bruder“ der schwarzen „Naturkinder“ verstand (vgl. Lutz van Dijk, Die Geschichte Afrikas, Campus 2004), so ändert das doch nichts am menschlichen Handeln Albert Schweitzers, wofür er 1952 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Es ändert nichts an der Bedeutung des von ihm formulierten ethischen Prinzips der „Ehrfurcht vor dem Leben“, das er bei seinem Besuch in Hamburg am 3. Oktober 1959 in seiner Ansprache an die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule (in den Räumen des jetzigen ASG) noch einmal hervorhob: „Bis ich mir plötzlich sagte: Aber das ist ja der Weg! Über die Schulen wird es gehen! Schon in der Schule muss die Jugend bekannt gemacht werden mit dem Gedanken der Ehrfurcht vor allem Lebendigen.“ Mit dem Namen dieses Mannes hat die Schule ein „Kapital“, das zwar nicht von alleine arbeitet, mit dem sich aber arbeiten lässt. Geht es in Leben und Worten unseres Namensgebers doch um ein Gebot der Stunde, das inzwischen ebenso selbstverständlich anerkannt wird wie es gleichzeitig vernachlässigt wird: Die Sorge um die Zukunft, die eigene wie die globale, das Gespür nicht auf Kosten anderer leben zu wollen, das Verlangen nach Alternativen zum Raubbau an Schöpfung und Menschenwürde. Albert Schweitzer spielt andererseits in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler kaum eine Rolle. Wir wollen deshalb im Rahmen der Projektwoche die Bedeutung dieses Mannes auf eine Weise ins Zentrum des schulischen Selbstverständnisses rücken, die nicht so sehr den „Bilderbuch-Humanisten“ (Spiegel 52/1960) oder das phänomenale Multitalent in den Mittelpunkt stellt, sondern – möglichst konkret, an praktischen Beispielen – die Werte und die Haltung zur Welt erkundet, für die ein in die Gegenwart geholter Albert Schweitzer stehen könnte. Es geht um die Frage, was es heute bedeuten kann, dass die Schule diesen Namen trägt. Die Projektwoche wird dementsprechend aus einer Vielzahl unterschiedlichster Angebote bestehen, die – fächer-, sowie klassen- bzw. kursübergreifend – dem Grundgedanken „Ehrfurcht vor dem Leben“ nachforschen. Im Vorfeld der Projektwoche hat der Jugendbuchautor Lutz van Dijk („Township Blues“) das Waisenkinder-Projekt HOKISA in Südafrika vorgestellt (7. Mai). Der Publizist Michael Schwelien spricht am 4. September zum Thema Afrika und Europa (“Das Boot ist voll – Europa zwischen Nächstenliebe und Selbstschutz“), der Hamburger Reeder Peter Krämer stellt am 11. September das von ihm initiierte Projekt „Schulen für Afrika“ vor und der Albert-Schweitzer-Biograf Harald Steffahn spricht am 17. September über seine Reisen nach Lambarene. Annette Arhelger, Dr. Matthias Greite, Hans Happel, Dr. Bertram Rohde |