Während der Corona-Pandemie 2021 entstand im Kunstunterricht der Klassen 5a, 5b, 5d, 5e und 5f ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt: der Corona Phönix aus etlichen bemalten Corona Test Packungen. In einer Zeit voller Einschränkungen setzten die Schüler*innen mit Farbe, Kreativität und Teamarbeit ein sichtbares Zeichen der Hoffnung.
Farbenlehre, Federn und Fabelwesen: Wie unser Corona-Phoenix entstand
In diesem tollen Projekt steckt unglaublich viel Vorarbeit. Unsere 5.Klässler*innen haben nicht nur beeindruckende Flügel gemalt und gebastelt, sondern sind jetzt durch ihre intensive Farbforschung richtige Farbexperten.
Zuerst haben wir uns gefragt, was Farbe eigentlich bedeutet und ob eine Banane wirklich gelb ist. Nach Experimenten mit Licht und Prismen haben wir gelernt, dass in weißem Licht alle Regenbogenfarben stecken und aus allen Regenbogenfarben wieder weiß wird. Doch in Kunst arbeiten wir nicht mit Licht, sondern mit unserem Tuschkasten, und da ergeben alle Farben zusammen ein matschiges Grau-Braun! Also stellten wir die nächste Frage: Wenn das Mischen mit Licht und das Mischen mit Farbe so unterschiedlich funktioniert, welche Farben sind dann in unserem Tuschkasten eigentlich die wichtigsten?

Um das herauszufinden, mischten wir alle möglichen Kombinationen und stellten fest, dass drei Farben sich aus den anderen nicht mischen lassen: Cyan, Magenta und Gelb. Rot kann man aus Gelb und Magenta mischen, Blau aus Cyan und Magenta – ätschibätsch, Isaac Newton! Um Newtons Farbkreis trotzdem nachempfinden zu können, nennen wir unsere drei Farben von nun an Cyanblau, Magentarot und Gelb – und wie Newton nennen wir sie Grundfarben oder Primärfarben.

Und aus diesen drei Farben soll man wirklich alle anderen Farben mischen können? Das wollten wir ausprobieren! Bald merkten wir: Man bekommt zwar aus allen Farben ein matschiges Grau-Braun, aber nie ein wirkliches Schwarz. Deshalb nahmen wir Schwarz zu unseren drei Grundfarben dazu. Helle Farben entstanden durch lasierenden Farbauftrag. Schließlich entschieden wir uns, auch Weiß hinzuzufügen.

Wir mischten Fantasiefarben, aber auch Hautfarben, Haarfarben, Sweatshirtfarben, Wandfarben, Tischfarben und Farben von gesammelten Herbstblättern, Ästen, Steinen und Beeren. Dabei versuchten wir, mit nur drei Grundfarben den exakten Farbton zu treffen – gar nicht so leicht! Wusstest du, dass in einem grünen Blatt nicht nur Gelb und Cyanblau stecken, sondern meistens auch ein bisschen Magentarot?

Wir mischten über 1000 Farbtöne, diskutierten über neue Lieblingsfarben und dachten uns neue Farbnamen aus.

Da wir für unsere ganzen gemischten Farben viel Papier bzw. Pappe benötigten, bemalten wir einfach die Innenseiten der Corona-Testpackungen. Davon haben wir zur Zeit ja so viele wie Sand am Meer.

Aus den bemalten Packungen haben wir dann Federn ausgeschnitten. Die Federn wurden nach Farbtönen sortiert und auf lange Bänder getackert, die später zu riesigen Flügeln zusammengesetzt wurden.


Der Phoenix ist ein mythisches Wesen, das immer wieder aus seiner eigenen Asche aufersteht. Er steht weltweit als Symbol dafür, sich von schweren Zeiten nicht unterkriegen zu lassen, sondern sie zu überwinden.

Aus über 1000 bemalten Federn entstand unser Corona-Phoenix, ein Symbol für Kreativität, Zusammenhalt und Hoffnung.

Wie gefällt dir unser Projekt? Haben wir einen Farbmisch-Rekord geschafft? Wie viele Farben schätzt du, sind es? Welche Farbe ist deine Lieblingsfarbe und welchen Fantasienamen würdest du ihr geben? Hinterlasse uns einen Kommentar!

Update 2025: Der Corona Phoenix wandert ins Museum
Nachdem der Corona-Phoenix im Rahmen der Nachwuchskünstler*innen-Ausstellung Here we are gezeigt wurde, hat er nun eine neue Heimat gefunden: Der Phoenix wurde feierlich an das Schulmuseum übergeben und dort in das Archiv aufgenommen.
Dort wird er als Beispiel für Schule und künstlerisches Arbeiten in Pandemiezeiten archiviert und bewahrt.