Während der Corona-Pandemie 2021 entstand im Kunstunterricht der Klassen 5a, 5b, 5d, 5e und 5f ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt: der Corona Phönix. In einer Zeit voller Einschränkungen setzten die Schüler*innen mit Farbe, Kreativität und Teamarbeit ein sichtbares Zeichen der Hoffnung.

Am Anfang standen grundlegende Fragen: Was ist eigentlich Farbe? Wie entsteht sie? Welches sind die wichtigsten Farben? Und ist eine Banane wirklich gelb?
Durch Experimente mit Licht und Prismen fanden die Schüler*innen heraus, dass weißes Licht aus allen Regenbogenfarben besteht und wir Farben nur sehen, weil Licht auf Dinge trifft und zu unseren Augen zurückgeworfen wird.

Bei der anschließenden Arbeit mit dem Tuschkasten wurde schnell klar, dass hier andere Regeln gelten als bei Licht: Beim Mischen von Farben entsteht kein Weiß, sondern meist ein trübes Grau-Braun. Durch intensives Experimentieren fanden die Schüler*innen heraus, dass es drei nicht mischbare Farben gibt: Cyan, Magenta und Gelb. Diese wurden als Primärfarben festgelegt, da sich aus ihnen alle anderen Farben mischen lassen. Der klassische Farbkreis von Johannes Itten wurde dabei kritisch hinterfragt und praktisch angepasst.

Ausgehend von der Frage „Wie viele Farbtöne lassen sich aus nur drei Primärfarben mischen?“ machten sich alle fünften Klassen gemeinsam daran, einen echten Farbrekord aufzustellen. Mit Cyan, Magenta und Gelb – ergänzt durch Schwarz und Weiß, um Farben aufzuhellen, abzudunkeln oder zu brechen – mischten die Schüler*innen tausende unterschiedlicher Farbtöne: Haut- und Haarfarben, Kleidungsfarben, zahlreiche Naturfarben sowie Fantasie- und Lieblingsfarben. Das war manchmal gar nicht so leicht und umso größer die Freude, wenn ein Farbton genau getroffen wurde.

Jeder gemischte Farbton wurde auf die Innenseiten von Corona-Testpackungen gemalt und anschließend zu einer Feder zugeschnitten. Insgesamt entstanden dabei über 1.000 individuell bemalte Federn. Diese wurden nach Farbtönen sortiert, auf lange Bänder getackert und in unserer Eingangshalle zu riesigen Flügeln zusammengesetzt.

Der Corona Phönix erhebt sich aus einem Meer von Testpackungen und steht sinnbildlich für Gemeinschaft, Durchhaltevermögen und die Kraft, aus schwierigen Zeiten etwas Neues entstehen zu lassen.

Farbenlehre, Federn und Fabelwesen: Wie unser Corona-Phoenix entstand

In diesem tollen Projekt steckt unglaublich viel Vorarbeit. Unsere 5.Klässler*innen haben nicht nur beeindruckende Flügel gemalt und gebastelt, sondern sind jetzt durch ihre intensive Farbforschung richtige Farbexperten. Sie haben sogar Isaak Newtons Farbkreis korrigiert!

Mathilde (5d) und Linus H. (5f) berichten:
Zuerst haben wir uns gefragt, was Farbe eigentlich bedeutet und ob eine Banane wirklich gelb ist. Nach Experimenten mit Licht und Prismen haben wir gelernt, dass in weißem Licht alle Regenbogenfarben stecken und aus allen Regenbogenfarben wieder weiß wird. Doch in Kunst arbeiten wir nicht mit Licht, sondern mit unserem Tuschkasten, und da ergeben alle Farben zusammen kein Weiß, sondern eher ein matschiges Grau-Braun.

Die Magie der Grundfarben
Welche Farben sind in unserem Tuschkasten eigentlich die wichtigsten? Um das herauszufinden, mischten wir alle möglichen Kombinationen und stellten fest, dass drei Farben sich aus den anderen nicht mischen lassen: Cyan, Magenta und Gelb. Rot kann man aus Gelb und Magenta mischen, Blau aus Cyan und Magenta – ätschibätsch, Isaac Newton!

Um Newtons Farbkreis trotzdem nachempfinden zu können, nennen wir unsere drei Farben von nun an Cyanblau, Magentarot und Gelb – und wie Newton nennen wir sie Grundfarben oder Primärfarben.

Und aus diesen drei Farben soll man wirklich alle anderen Farben mischen können?

Das wollten wir ausprobieren!

Bald merkten wir: Man bekommt zwar aus allen Farben ein matschiges Grau-Braun, aber nie ein wirkliches Schwarz. Deshalb nahmen wir Schwarz zu unseren drei Grundfarben dazu. Helle Farben entstanden durch lasierenden Farbauftrag. Schließlich entschieden wir uns, auch Weiß hinzuzufügen.

Wir mischten Fantasiefarben, aber auch Hautfarben, Haarfarben, Sweatshirtfarben, Wandfarben, Tischfarben und Farben von gesammelten Herbstblättern, Ästen, Steinen und Beeren. Dabei versuchten wir, mit nur drei Grundfarben den exakten Farbton zu treffen – gar nicht so leicht! Wusstest du, dass in einem grünen Blatt nicht nur Gelb und Cyanblau stecken, sondern meistens auch ein bisschen Magentarot?

Über 1000 Federn für ein Hoffnungszeichen
Jede gemischte Farbe wurde auf eine Feder aufgetragen, die später zu riesigen Flügeln zusammengesetzt wurden. In dieser manchmal etwas trostlosen Zeit wollten wir ein farbenfrohes Hoffnungszeichen setzen. Der Phoenix ist ein mythisches Wesen, das immer wieder aus seiner eigenen Asche aufersteht. Er steht weltweit als Symbol dafür, sich von schweren Zeiten nicht unterkriegen zu lassen, sondern sie zu überwinden.

Da wir für unsere ganzen Farben und Federn viel Papier bzw. Pappe benötigten, bemalten wir einfach die Innenseiten der Corona-Testpackungen. Davon haben wir zur Zeit ja so viele wie Sand am Meer. So entstand aus unserer Farbforschung ein beeindruckendes Upcycling-Kunstwerk voller Bedeutung!

Farben verleihen Flügel
Unsere Farblehre hat uns gezeigt, wie Farben wirken und wie wir sie mischen können – und vor allem: Farben verleihen Flügel. Aus über 1000 bemalten Federn entstand unser Corona-Phoenix, ein Symbol für Kreativität, Zusammenhalt und Hoffnung.

Wie gefällt dir unser Projekt?
Haben wir einen Farbmisch-Rekord geschafft? Wie viele Farben schätzt du, sind es? Welche Farbe ist deine Lieblingsfarbe und welchen Fantasienamen würdest du ihr geben?
Hinterlasse uns einen Kommentar!