Am Vormittag des Eröffnungstages bot die Pressekonferenz im Kunstverein einen intensiven ersten Zugang zur Ausstellung „Quality of Life“. Die Kurator*innen Sarah Messerschmidt und Milan Ther führten durch das Werk von Lenke Rothman
Es handelt sich dabei um die erste Ausstellung ihrer Kunst außerhalb von Schweden.
Im Zentrum des Gesprächs stand der Begriff der „Reparatur“. Es wurde klargestellt, dass ihre Methoden des Nähens, Flickens und Umhüllens nicht das Ziel verfolgen, einen unversehrten Zustand wiederherzustellen. Vielmehr geht es darum, die Einzelteile der
Vergangenheit zusammenzuhalten und das Leben trotz ständiger Zerstörung fortzuführen.

Ein zentrales Motiv, das während des Rundgangs immer wieder betont wurde, ist die Kleidung als „Haut“, als eine schützende Schicht zwischen dem verletzlichen menschlichen Körper und einer oft grausamen Außenwelt.

Die Materialität ihrer Arbeiten, von abstrakter Malerei bis hin zu Skulpturen, wirkt vor Ort besonders haptisch. Die Arbeiten, die wiederkehrende Motive wie den Hasen oder den Regenschirm verwenden, lassen sich als Chiffren im Werk Lenke Rothmans verstehen. Diese Motive verweisen auf eine komplexe, vielschichtige zeitliche Entwicklung.
Trotz der belastenden biografischen Hintergründe strahlt die Ausstellung eine bemerkenswerte Lebendigkeit aus. Rothmans Werk enthält eine prägnante, materielle Bildsprache, die lange im Gedächtnis bleibt.

Ausgehend von unserem Besuch in der Ausstellung „Quality of Life“ zur Künstlerin Lenke Rothmann haben wir gemeinsam mit unserer Kunstlehrerin Frau Scheffner und dem begleitenden Künstler Jonas Kolenc begonnen, Assoziationen und Eindrücke aus der Ausstellung zu bündeln und so jeweils individuelle Forschungsgebiete entwickeln können.
Von Schmerz und Leid im Holocaust über Farbwirkungen und architektonische Konzepte bis hin zu Verbrennungstechniken als Gestaltungsmittel ist so ziemlich alles Teil der ästhetischen Forschungen unseres Profils. Momentan befinden wir uns mitten im Forschungsprozess und arbeiten intensiv zu unseren jeweiligen Forscherfragen.
Der Austausch untereinander, mit Jonas Kolenc und Frau Scheffner sowie fleißige wissenschaftliche und kunsthistorische Recherche bringen wöchentlich neuen Wind und spannende Ideen in unsere Forschertagebücher.
Kommt gern am Donnerstag, den 7.Mai, von 17-19 Uhr zu unserer Blitzausstellung in den Hamburger Kunstverein und lasst euch durch unsere vielfältige künstlerische Antwort auf Lenke Rothmanns Werk inspirieren.
Frida und Oscar