Der Besuch der Staatsanwaltschaft im Rechtsunterricht der 11. Klasse war für viele überraschend spannend und hat einen richtig guten Einblick in den Beruf gegeben. Maria Seibert von der Staatsanwaltschaft hat erzählt, wie ihr Weg in den Beruf aussah und wie sie das Jurastudium erlebt hat. Für sie war es am Ende interessanter als gedacht, weil es nicht nur aus Theorie besteht, sondern viel mit echten Fällen und gesellschaftlichen Themen zu tun hat. Auch das Referendariat wurde erklärt, in dem Juristinnen und Juristen verschiedene Bereiche durchlaufen – zum Beispiel bei Anwälten, Gerichten und der Staatsanwaltschaft. Besonders deutlich wurde der Unterschied zwischen Staatsanwaltschaft und Anwälten: Während Anwälte ihre Mandanten vertreten, muss die Staatsanwaltschaft objektiv bleiben und sowohl belastende als auch entlastende Fakten berücksichtigen. Genau das war für viele ein neuer Blick auf das Strafverfahren. Richtig spannend waren auch die Einblicke in echte Fälle aus ihrer Zeit als Staatsanwältin im Bereich Totschlag. Dabei wurde klar, wie ernst und verantwortungsvoll die Arbeit ist und wie nah die Staatsanwaltschaft an der Ermittlung der Polizei ist und wie sehr solche Fälle einen auch persönlich prägen können. Außerdem wurde ein Graffiti-Fall gemeinsam mit dem Kurs besprochen, bei dem man gesehen hat, dass rechtliche Entscheidungen oft gar nicht so eindeutig sind und wie viel Aufwand hinter dem letztendlich Urteil steht. Auch der Überblick über ihren Alltag mit vielen unterschiedlichen Fällen und in unterschiedlichen Bereichen hat das Ganze sehr greifbar gemacht. Am Ende konnten noch Fragen gestellt werden, wodurch der Besuch insgesamt sehr offen und interessant war und einen guten Eindruck davon gegeben hat, wie die Arbeit bei der Staatsanwaltschaft wirklich aussieht.
Lisanne Schneider (11.5)
